Er ist der berühmteste unter Eames' Stühlen, ein Solitär in der Geschichte modernen Designs. Ralph Kaplan, der Verfasser des Vorworts zu dem Katalog der Ausstellung mit dem für die Eames bezeichnenden Titel »Connections«, sagt zum Lounge Chair: Es gibt kaum einen Entwurf, der charakteristischer für Eames ist, für Charles wie für Ray. Er ist reich und prächtig, kompliziert in der Herstellung, aber wie Handwerk wirkend, unzweifelhaft modern im Konzept, aber mit dem Parfüm schönerer Zeiten. Seine Schönheit ist selbstverständlich und unwahrscheinlich. Dies ist das Außergewöhnlichste allen modernen Designs, ein Gegenstand, der eher Zuneigung zum Benutzer hervorruft als Respekt. Er ist ganz augenscheinlich das Produkt eines intensiv persönlichen schöpferischen Vergnügens. Der Lounge Chair ist ein Musterbeispiel für die ungewöhnlich enge Beziehung des Designerpaars Eames zu seinem damaligen Hersteller Herman Miller. Kaplan sagt, man habe in jenen Jahren ohne Übertreibung behaupten können, dass die Miller Company machen würde, was immer das Eames Office entwarf. Andererseits waren Charles und Ray Eames perfekt auf die Bedürfnisse und Probleme der Firma Miller eingestellt, und ihre Entwürfe entsprachen diesen. Der Lounge Chair, zusammengesetzt aus mehr Einzelteilen als alle anderen Eames Möbel, ist sozusagen das Nonplusultra der Versuche mit gebogenem Schichtholz, die einmal mit Krankentragen und Bruchschienen angefangen hatten. Seine drei Palisanderschalen, gepolstert mit Lederkissen, bewirken zusammen mit den Armlehnen Ohrensesselbehagen.
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