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GRAY | Eileen

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Eileen Gray 1879 - 1976

Eileen Gray wurde in Irland geboren. Sie entstammte einer wohlhabenden Künstlerfamilie und begann ihr Studium 1898 an der Slade School of Fine Arts.
1902 ging sie nach Frankreich und studierte Malerei an der Académie Colarossi und der Académie Julian in Paris. Später ließ sie sich von dem Japaner Sougawara in japanischer Lackkunst unterrichten.
Während des ersten Weltkriegs hielt sie sich fast ununterbrochen in London auf und kehrte erst 1918 nach Paris zurück. Bis 1919 arbeitete sie als freie Möbelentwerferin, danach als Innenarchitektin.
1922 eröffnete sie die Galerie Jean Désert als Schaufenster für ihre eigenen Entwürfe. Im selben Jahr kam sie in Kontakt mit der De-Stijl-Bewegung. J.J.P. Oud und Walter Gropius veröffentlichten eine begeisterte Rezension ihres "Monte-Carlo"-Zimmers, ein Schlafzimmer/Boudoir, das sie im Salon des Artistes Décorateurs von 1923 ausstellte.
Ab 1926 arbeitete sie ausschließlich als Innenarchitektin und stellte einige ihrer Projekte in Le Corbusiers Pavillon des Temps Nouveaux auf der Pariser Weltausstellung von 1937 vor.
 
Glastisch E 1027, 1927 (Jahr) by Eileen Gray 

In Eileen Grays Haus in Roquebrune an der Riviera steht das Tischchen in einem der Gästeschlafzimmer neben dem Bett: Eileen Gray hat es den Bettfrühstückern zugedacht.
Deshalb hat sie die ingeniöse Lösung ersonnen, den Stahlrohrring am Boden und die in Stahlrohr gefasste runde Glasplatte nur an einer Stelle durch Standrohre zu verbinden. So kriecht der Bodenring auch unter Betten mit den flachsten Füßen, und da man die Höhe der Standrohre bis auf fast einen Meter verstellen kann, umgreift das Tischchen auch hohe Betten.
Der Glastisch erhielt seine Typenbezeichnung nach dem Sommerhaus »Maison en bord de mer«, das die Kennzeichnung E 1027 trug. Das Haus am Meer wurde in einer Sondernummer der Zeitschrift L’ARCHITECTURE VIVANTE ausführlich besprochen.
Herausgeber der Zeitschrift war der Architekt Jean Badovici, der Eileen Gray beim Entwurf des Hauses beraten hat.
Der geheimnisvolle Codename ist nicht willkürlich gewählt: E steht für Eileen, 10 für Jean (J ist der 10. Buchstabe des Alphabets), 2 für B (adovici) und 7 für G(ray).
Zu Badovicis Freundeskreis gehörte Le Corbusier, der das Haus öfter besuchte und auf die Wohnzimmerwand ein großes Bild malte. Auf den Felsen nahe beim Haus der Gray hatte sich LC ein Badehäuschen gebaut.
Vor den Felsen ist er 1965 beim Baden ertrunken.
 
Sofa Lota, 1924 (Jahr) by Eileen Gray 


In dem Haus in der Rue de Lota in Paris, das dem Sofa den Namen gab, hat Eileen Gray für Madame Mathieu Levy eine Wohnung eingerichtet, die einen Wendepunkt in ihrer Arbeit markierte. Bis dahin waren ihre Modelle unter Art déco einzuordnen, luxuriös und exzentrisch bis bizarr zu nennen.
Von der Wohnung Lévy an waren ihre Entwürfe streng, funktionell, sozusagen architektonisch, den Linien von De Stijl in Holland und Bauhaus in Deutschland verwandt.
Typisch Gray daran sind die Seitenblöcke: hochglanzlackiert (Lackarbeit, nobel und kunstreich wie in Ostasien, ist die Spezialität der Gray) und mit Scharnieren und Magneten befestigt, so dass man sie zum bequemen Rangieren und Transportieren abnehmen kann.
Alle späteren Möbel von Eileen Gray sind alles andere als das,was man »typisch weiblich« zu nennen gewöhnt ist. Sie sind zugleich von knapper, schnittiger Eleganz und höchst funktionell: Kommoden und Container mit schwenkbaren Schubladen, Schränke mit Schiebetüren, ein verstellbares Bettischen, ein Ausziehtisch mit Stahlrohrgestell.
Für ein Fensterband unter der Decke in ihrem Haus erdachte sie Läden, die von unten zu regulieren sind. Außer Stahlrohr gehören Glas, Aluminium, Zelluloid und Lochblech zu den Materialien, die sie gern und mit Raffinement verwendet hat.