In dem Haus in der Rue de Lota in Paris, das dem Sofa den Namen gab, hat Eileen Gray für Madame Mathieu Levy eine Wohnung eingerichtet, die einen Wendepunkt in ihrer Arbeit markierte. Bis dahin waren ihre Modelle unter Art déco einzuordnen, luxuriös und exzentrisch bis bizarr zu nennen. Von der Wohnung Lévy an waren ihre Entwürfe streng, funktionell, sozusagen architektonisch, den Linien von De Stijl in Holland und Bauhaus in Deutschland verwandt. Typisch Gray daran sind die Seitenblöcke: hochglanzlackiert (Lackarbeit, nobel und kunstreich wie in Ostasien, ist die Spezialität der Gray) und mit Scharnieren und Magneten befestigt, so dass man sie zum bequemen Rangieren und Transportieren abnehmen kann. Alle späteren Möbel von Eileen Gray sind alles andere als das,was man »typisch weiblich« zu nennen gewöhnt ist. Sie sind zugleich von knapper, schnittiger Eleganz und höchst funktionell: Kommoden und Container mit schwenkbaren Schubladen, Schränke mit Schiebetüren, ein verstellbares Bettischen, ein Ausziehtisch mit Stahlrohrgestell. Für ein Fensterband unter der Decke in ihrem Haus erdachte sie Läden, die von unten zu regulieren sind. Außer Stahlrohr gehören Glas, Aluminium, Zelluloid und Lochblech zu den Materialien, die sie gern und mit Raffinement verwendet hat.
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